Alltag in und um der kleinen Domstadt

Beiträge von Ed

Die Maske fällt….

Veröffentlicht in 05/12/2019

Gegenüber Nique ändere ich mein Verhalten, schlage vollkommen andere Töne an, will Dinge zurück, die ich ihr vorgestreckt und geliehen habe. Ich habe es mir gespart, auf ihre Vorstellung von Freund in irgendeiner Weise einzugehen, für sie ist es offenbar normal, Menschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und dann noch Beifall dafür zu erwarten. Daß ich mich in ihre geschauspielerte – das ist mir nun mehr als klar – Fassade verliebt hatte, das kann und will ich nicht leugnen, doch der kaputte und sich selbst zerstörende Inner Part wiedert mich immer heftiger an. Ihre Selbstcharakterisierung aus der letzten Zeile, nun ja, da mag man geteilter Meinung sein. Es tat auf jeden Fall gut, das an richtiger Stelle los zu werden. Mein Druck ist raus…

… 2 tell & explain…. Nachvollziehbar?

Veröffentlicht in 01/12/2019

Nique habe ich vor knapp 2 Jahren bei facebook gefunden. Ich bin interessiert an Musik und teile diese auch gern. Das mache ich eben hier und in einer fb- Gruppe. Diese wurde vor einigen Jahren eben von Nique gegründet, hat den Namen Das musikalische Irrenhaus, und wurde zu einem Ort, an dem ich meine Musik teilen und Kontakte knüpfen konnte und kann. Zugegeben, die meisten werden online bleiben, doch der zu Nique wurde persönlich. Wir trafen uns am ersten Wochenende im August, dem Wochenende, an dem meine Mama ihren 72. Geburtstag hätte feiern können. Sie hat sich entschieden, zwei Monate vorher zu IHM zu gehen. Meine jüngere Schwester ist mit ihrer Familie an diesem Wochenende an die Ostsee umgezogen, meine ältere Schwester war zum…

Sic!!!

Veröffentlicht in 25/11/2019

Ja, genauso ist es. Ich habe eine Entscheidung getroffen. Den Kontakt zu Nique werde ich bis auf die Musik komplett beenden. Ich unterstütze und helfe gerne, das ist Teil meiner Natur. Auch ist es Teil meiner Natur, sehr geduldig mit Freunden zu sein, denn niemand wird jemals perfekt sein, allen voran nicht ich. Es gibt aber Grenzen, die niemand im Umgang mit mir unterschreiten sollte, erst recht nicht mehrfach. Genau das hat sie aber getan. Von mir erbittet sie Hilfe und Unterstützung, erwartet aber genau eine Lösung, die in ihrem alkoholvernebelten Hirn die einzige zu sein hat. Um Hilfe gebeten, fahre ich die Strecken gern, doch dann mehr als einmal im Nebenzimmer geparkt zu werden, während sie denkt, per Sex Loyalität erreichen zu können,…

Auf Richtung Wochenend‘

Veröffentlicht in 22/11/2019

Mit Musik komme ich einfach besser durch den Tag. Das galt auch heute wieder. Neben Funk tauchte in meiner Playlist heute seit langem mal wieder a capella für Fortgeschrittene auf, wie mein Chef ihn nannte. Ich mag die Vier sehr und bedauere, daß die Finnen nach gut 10 Jahren in ihre klassischen Musikfelder zurückgekehrt sind. Nach der Zeit im Alexianer – Universum bin ich nun in meiner Höhle und entspanne auf dem Sofa mit einem Krimi.

Gleis 9 3/4

Veröffentlicht in 16/11/2019

Gerade stehe ich am Gleis, in der Stadt, die nicht existiert, zum Umstieg. Der Zug bringt mich in die Stadt des Herrmanns-Denkmals. Dort feiere ich im Kreise der Familie den 11. Geburtstag der ältesten meiner 5 Nichten. Sie liebt die Harry-Potter-Bücher und das Universum, welches sich in ihnen öffnet. Unglaublich gern beschäftigt sie sich mit den Theorien hinter den Geschichten rund um die Hogwarts- Schüler. So erklärt sich auch ihr Wunsch. Ich werde in einer halben Stunde angekommen sein und freue mich schon jetzt auf die gemeinsamen Stunden mit allen, die da sein werden. Eine völlig andere Gedankenwelt als die rund um Nique – einfach entschleunigt und entspannt.

Komplimente

Veröffentlicht in 03/11/2019

..hab ich in den letzten Tagen bekommen, zugegeben – es waren ungewöhnliche. In Gesprächen mit mir liefen bei Freundinnen, zwei ganz starken Frauen, vollkommen unvermittelt Tränen. Von der einen ganz sicher, von der zweiten nicht hundertprozentig, weiß ich, daß sie ihre Maske, ihren Schutz, nur bei tiefem Vertrautsein miteinander ablegen. V war es, die nicht nur heute, sondern schon zu mehreren Gelegenheiten ihren Panzer abgelegt hat,  mir einen Blick auf Seiten von ihr erlaubt, die – so glaube ich sagen zu können – bisher niemand anderer hat sehen dürfen. Ein Kompliment. Ebenso war es gestern. M habe ich nach mehreren Monaten das erste Mal wieder getroffen, zum Essen auf dem Markt. Waren wir dort noch zu fünft, hat sie mich zu sich eingeladen, gemeinsam…

Neubewertung

Veröffentlicht in 30/10/2019

Das gilt offenbar nicht nur für mich, auch andere Leute haben einen Alltag, um den ich sie nicht beneide. Seit dem ersten Augustwochenende habe ich täglich Kontakt mit der Belgierin. Am Wochenende des 72. Geburtstags meiner Mutter – wir haben ihn nicht zusammen verbracht – habe ich sie das erste Mal getroffen, sie mittlerweile einige Male gesehen und unterstützt. Hatte ich meinen Alltag schon für sehr schräg, ungeordnet, teils ein Chaos gehalten, so darf ich mittlerweile festhalten, daß mein Leben und Alltag traumhaft geordnet ist. Beim letzten Besuch an der Mosel habe ich, haben wir erleben können, was mit mir passiert, geht diese Ordnung verloren. Dann schlagen die Symptome meiner Depression richtig durch. Beherrsche ich die deutsche Sprache eigentlich ganz passabel, so war es…

Erleichterung

Veröffentlicht in 06/09/2019

Sie macht sich seit gestern bei mir breit, kriecht sanft durch jede meiner Poren. Ich habe es mit Ruhe und Konsequenz tatsächlich binnen knapp zweier Wochen geschafft, für eine Freundin im Landkreis Cochem eine Wohnung zu finden. Ich habe ihr diesen Dienst getan, da sie zum einen gesundheitlich dazu momentan nicht in der Lage ist, und, zum anderen, weil ich sie einfach mag. Wir haben in der Zeit, die wir momentan in Kontakt sind, einfach wahnsinnig gute Gespräche geführt, Probleme gemeinsam gelöst. Sie war und ist für mich da rund um den Tod meiner Mama, wir haben bereits einige lange Telefonate geführt. Zudem sind wir beide einfach musikverrückt. Viele unserer Botschaften erfahren wir voneinander durch Musikvideos, die als Ergänzungen zu unseren manchmal nur kurzen…

Hohe Luft – Frage 9

Veröffentlicht in 01/09/2019

Sehen wir nur, was wir kennen? Im Moment spielt Musik in meinem Alltag eine noch viel größere Rolle, als sie es in den Jahren und Jahrzehnten zuvor getan hat. Jetzt schafft sie es, neben der Therapie und Arbeit, mir inneren Rhythmus zu geben, Texte lenken meine Gedanken um und das gemeinsame Interesse an der Musik im musikalischen Irrenhaus holt neben den so ungefilterten Kontakten zu meinen Kollegen mit großer Sicherheit mein Lächeln zurück aufs Gesicht und in Gedanken. Auch lerne ich dort neue Menschen kennen, die Geschichten hinter den geposteten Liedern und noch einiges mehr. Diejenigen, die ich bisher persönlich habe kennenlernen können, sind eine Bereicherung für mich, auch tut es unglaublich gut, ungekünstelte und ehrliche Gespräche führen zu können. In der Gruppe sehe…

Regelmäßigkeit

Veröffentlicht in 18/08/2019

Sie ist mir im Moment eine große Stütze. Jeden Morgen zu wissen, ich kann wieder zu meinen Leuten, an meinen Platz unter der Gruppe, die – im positiven Sinne – ein wenig bluna sind, tut mir unglaublich gut. Die Gedanken an meine Mutter, an meine Familie beschäftigen mich immer – sie ziehen mich nicht runter, doch kosten sie mich Kraft. Wie in den ersten Tagen danach, bin ich dahin zurückgekehrt, gute acht Stunden statt der vereinbarten 6 Stunden, dort zu sein. Das Leben dort, die unterschiedlichen Charaktere meiner Therapiekollegen, ihre Schrullen und die positiven Rückmeldungen für das, was ich dort tue und wer ich bin, sind für mich eine wichtiger Teil meines Gerüstes. Ich habe einen guten Draht zu den wenigen Schwerstmehrfachbehinderten in unserer…

Ritual….

Veröffentlicht in 10/08/2019

….ist mir mein Freitag Mittag seit 2014 geworden. Nach meinem Therapietag treffe ich regelmäßig meine ambulante Begleiterin, die zum BeWo der Alexianer gehört. Wir nehmen uns 45 – 60 min Zeit, die letzten sieben Tage Revue passieren zu lassen. Zu allererst lasse ich es einfach sprudeln, das, was mich in meiner Arbeits-, Therapie- und privaten Woche bewegt, berührt und auch mal geschockt und geärgert hat. Versteht sie etwas nicht auf Anhieb, stellt sie passende Fragen, lenkt meinen Bericht. Ich habe nach diesen Gesprächen das Gefühl, die Woche abgelegt zu haben, Druck, der zurückgeblieben war, ablassen zu können. Das macht es mir möglich, in den Dingen, die mir am Wochenende begegnen und geschehen, Entspannung zu finden. Sei es, daß ich über den Wochenmarkt streife, um…

Das Musikalische Irrenhaus….

Veröffentlicht in 06/08/2019

…. ist eine Facebook-Gruppe, in der ich seit einiger Zeit gerne und viel aktiv bin. Schon seit mehreren Jahren existiert sie. Warum erzähle ich das? Ich erzähle und schreibe es hier auf, zum einen,weil sie für euch vielleicht auch interessant ist, zum anderen, weil ein Teil der Gruppe am letzten Wochenende für mich ganz wichtig war und bleiben wird. Der 3.August wäre der 72. Geburtstag meiner Mama gewesen, und ich hatte Angst, über diesen Tag allein zu sein. Diese Angst hatte ich aber nicht nur um mich, sondern insbesondere um meinen Vater. Der Fortgang des Lebens hat dazu geführt, daß er bis heute und noch einige Tage beim Umzug ins und der Renovierung des neuen Hauses meiner Schwester in Lübeck aktiv sein kann und…

Hohe Luft – Frage 8

Veröffentlicht in 04/08/2019

Warum begreifen wir manches nie? Um Dinge begreifen zu können, ist ein Zugang notwendig. Dieser wiederum hat unterschiedliche Bedingungen zur Voraussetzung. Erste Bedingung ist die menschliche Begrenztheit, unabhängig von der individuellen Intelligenz. Der Mensch ist eben in der Lage, in vier Dimensionen sinnvoll und intuitiv zu denken, Strecke, Fläche, Raum und Zeit, mehr nicht. Abstrakt läßt sich auch in n Dimensionen denken, doch ist die Gruppe von Personen, die dazu in der Lage ist, exklusiv. Dieser Grundgedanke der Exklusivität findet sich in leicht abgewandelten Formen in unterschiedlichsten Alltagszusammenhängen. Darüberhinaus kommen mir noch zwei weitere Aspekte in den Sinn, die in Zusammenhang mit Talent und Disziplin stehen. Das Gleichnis von den Talenten 14 Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief…

Miteinander verbunden…

Veröffentlicht in 29/07/2019

…habe ich heute das Schöne mit dem Praktischen. Vor ihrem Umzug sind meine kleine Schwester mit ihrer Familie, ebenso auch meine ältere Schwester mit meinen beiden ältesten Nichten im Haus meiner Eltern. Die alte Wohnung in Rheinland ist nahezu leer. So haben wir heute gemeinsam den 5. Geburtstag meiner vierten Nichte gefeiert, eine Eisbombe fast komplett verdrückt. Die übrigen sind danach noch zu einem Überraschungsbesuch auf einem Pony-Freizeithof gestartet. Ich hoffe, es hat ihnen Spaß gemacht. Das kann ich persönlich leider nicht sagen, denn sowohl meine Kopfschmerzen als auch ein Termin beim Neurologen – ich brauchte ein Folgerezept – haben es verhindert, sie zu begleiten. Ich liebe Zeit mit meiner Familie, unterstütze sie – insbesondere unseren Vater – wo und wie ich kann nach…

Nötigung…

Veröffentlicht in 27/07/2019

…. war das, dieses Wetter. Es hat mich dazu genötigt, den Ausgang auf das nötigste zu beschränken. Mit einem Tag Unterbrechung habe ich trotzdem die Zeit in der Werkstatt durchgestanden und gestaltet. Darauf bin ich stolz; die Entspannung habe ich durch langen Schlaf und Lektüre erreicht. Daß das gelingt, habe ich von mir nicht erwartet. Zur späteren Stunde höre ich gerade

1000 Fragen an mich Selbst – Part C

Veröffentlicht in 23/07/2019

991. Was macht dich richtig zufrieden? Im römisch – katholischen Gottesdienst gibt es ein Bekenntnis. Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. An dieser Stelle erfasst mich regelmäßig eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit. Ich bin aufgefangen und angenommen, so wie ich bin. 992. Was ist das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast? Das ist Benny. Ihn habe ich zu meiner Taufe von meinem Patenonkel geschenkt bekommen. Noch heute ist er meine Kopfstütze im Bett, wenn ich lese. Benny ist also gute 41 Jahre alt. 993. Zu wem hast du blindes Vertrauen? Zu meiner Familie und sehr wenigen wirklichen Freunden habe ich ganz tiefes Vertrauen. Derjenige, den ich mal meinen…

Seelenamt

Veröffentlicht in 21/07/2019

Schön gestern bin ich per Bus zu meinem Vater gefahren, habe ihn, meine ältere Schwester und die beiden ältesten meiner Nichten getroffen. Heute morgen im Hochamt haben wir gemeinsam mit einem Teil unserer großen Familie, Nachbarn und Freunden an Mama erinnert. Besonders gut getan hat es mir, gemeinsam mit ihnen zu unserem Erinnerungsort zu gehen und zu merken, wer alles uns, insbesondere Papa, unterstützt. Im Gegenzug unterstützen wir meine kleine Schwester, die keine Gelegenheit hatte, da zu sein, da ein Umzug aus dem Rheinland nach Lübeck ansteht zu Anfang August, am Geburtstag unserer Mama. Sie trifft mit ihrem Mann die Vorbereitungen. Ab morgen wird mein Vater sie unterstützen, er ist heute nach einem gemeinsamen Mittagessen zu ihnen gestartet und gut angekommen. Einfach gut.