Weihnachts-Tage

Gerade sitze ich – gemeinsam mit meinem Vater – im Zug gen Süden. Um 12 Uhr sind wir in der Hansestadt gestartet, um wieder ins Westfälische zurückzukehren.

Um es vorweg zu nehmen; die Tage im Kreise meiner Lieben waren schön, waren gemütlich und doch dieses Mal so anders. Es war das erste Weihnachten, an das ich mich erinnere, welches wir nicht in unserem Elternhaus gefeiert haben, und es war das erste Weihnachtsfest ohne unsere Oma, Mutter und Frau. Vor etwas mehr als einem halben Jahr hat sie aus eigenen Stücken – frei schreibe ich bewusst nicht – den Weg zu IHM gemacht. In der großen Runde mit meinen 5 Nichten wurde an sie erinnert, aber Gespräche über unsere komplexeren Erinnerungen kamen nur in kleineren Runden hoch, Tränen wie auch laute Lacher.

Ich mag es so wuselig, wie es mit meinen fünf Nichten und uns Erwachsenen immer wieder ist, doch habe ich ganz bewusst jeden Tag Ruhe-Pausen eingebaut, gedöst oder im leeren Haus Notwendiges erledigt, um runter zu fahren. Ich habe Glück, alle verstehen, warum ich sie brauche, mich anders verhalte, als ich es in früheren Jahren getan habe.

Therapiefreie Tage habe ich noch bis zum Dreikönigstag, werde die Zeit nutzen, liegengebliebenes abzuarbeiten, zu lesen, Musik zu hören und zu entspannen.