Nique habe ich vor knapp 2 Jahren bei facebook gefunden.

Ich bin interessiert an Musik und teile diese auch gern. Das mache ich eben hier und in einer fb- Gruppe. Diese wurde vor einigen Jahren eben von Nique gegründet, hat den Namen Das musikalische Irrenhaus, und wurde zu einem Ort, an dem ich meine Musik teilen und Kontakte knüpfen konnte und kann. Zugegeben, die meisten werden online bleiben, doch der zu Nique wurde persönlich.
Wir trafen uns am ersten Wochenende im August, dem Wochenende, an dem meine Mama ihren 72. Geburtstag hätte feiern können. Sie hat sich entschieden, zwei Monate vorher zu IHM zu gehen. Meine jüngere Schwester ist mit ihrer Familie an diesem Wochenende an die Ostsee umgezogen, meine ältere Schwester war zum Familienurlaub an der holländischen Nordsee, mein Vater war zum Umzug ebenfalls in der Ostsee- Stadt. Unser Haus war an diesem Wochenende komplett leer. Ich habe mich also entschieden, die Einladung zum Freundschaftsspiel M’Gladbach – Chelsea FC anzunehmen.

Zu dieser Gelegenheit habe ich Nique das erste Mal persönlich getroffen.

Schon zu dieser Gelegenheit war mir noch mehr als schon aus unseren Telefonaten klar, daß die Situation nicht haltbar war, und ich habe mich entschieden, ihr bei der Wohnungssuche zu helfen. Es war mir schnell gelungen, eine möblierte Bleibe zu finden. Hier habe ich davon geschrieben. Schon damals war mir klar, daß sie weitere Hilfe würde brauchen. So ist es eben dazu gekommen, daß ich weitere Zeit in sie investiert habe. Ich habe für sie den Umzug mitorganisiert und den damit verbundenen Behördenkram erledigt, war dafür vor Ort, fühlte und fühle mich nicht mehr ernst genommen. Das hat soweit geführt, daß ich nun den Kontakt einschlafen lassen werde, einen Strich drunter mache.

Vom letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, habe ich bisher nichts aus mir rausgeschrieben. Der tropfte beim letzten Treffen auf die gespannte Wasseroberfläche. Nicht nur, daß sie bei unserem zweiten Treffen  – ich lag im Nebenzimmer – mit ihrem Vermieter gepoppt hat, weil sie glaubt, sich so Unterstützung sichern zu müssen, nein, sondern behauptet das gleiche bei unserem letzten Treffen und – tadaa – poppt stockbesoffen ihren 19 – jährigen Nachbarsjungen auf dem Sofa, während ich die gleiche Position wie beim letzten Mal hatte – im Nebenzimmer im Bett.

Dem ganzen die Krone aufgesetzt hat sie allerdings am nächsten Morgen, als sie mich aus dem Bett holt, mich zum Amt schickt – dazu sei ich ja schließlich auch vor Ort, haut sie mir um die Ohren – und sich selbst wieder schlafen legt. Nach zwei Stunden Schlaf war ich nicht in der Lage, Position zu beziehen, habe also das Notwendige mit dem Nützlichen verbunden und so die Busfahrten zum Schlafen genutzt, um das möglichste für sie zu erreichen. So wenig Schlaf hatte ich, weil sie mir, nachdem der Welpe gegangen war, noch zwei Stunden die Ohren vollgeheult hat, daß er doch jünger als ihr Sohn sei. Wieder zurück, war sie, so schien es ihr wohl, wieder klar, machte mir deutlich, daß ich auch genauso gut hätte schlafen können, es würde eh nichts bringen, und sie stellte im Brustton der Überzeugung fest, ihr ginge es doch gerade so scheiße, daß sie sich doch wenigstens den Welpen hätte gönnen dürfen. Ich solle dazu doch nichts sagen. Offenbar war es genug, daß ich ihr Leben organisiert hatte und als Mülleimer diene.

 

Mir reicht’s!!