Miteinander verbunden…

…habe ich heute das Schöne mit dem Praktischen.

Vor ihrem Umzug sind meine kleine Schwester mit ihrer Familie, ebenso auch meine ältere Schwester mit meinen beiden ältesten Nichten im Haus meiner Eltern. Die alte Wohnung in Rheinland ist nahezu leer.

So haben wir heute gemeinsam den 5. Geburtstag meiner vierten Nichte gefeiert, eine Eisbombe fast komplett verdrückt. Die übrigen sind danach noch zu einem Überraschungsbesuch auf einem Pony-Freizeithof gestartet. Ich hoffe, es hat ihnen Spaß gemacht. Das kann ich persönlich leider nicht sagen, denn sowohl meine Kopfschmerzen als auch ein Termin beim Neurologen – ich brauchte ein Folgerezept – haben es verhindert, sie zu begleiten.

Ich liebe Zeit mit meiner Familie, unterstütze sie – insbesondere unseren Vater – wo und wie ich kann nach Kräften.

Nötigung…

…. war das, dieses Wetter.

Es hat mich dazu genötigt, den Ausgang auf das nötigste zu beschränken. Mit einem Tag Unterbrechung habe ich trotzdem die Zeit in der Werkstatt durchgestanden und gestaltet.

Darauf bin ich stolz; die Entspannung habe ich durch langen Schlaf und Lektüre erreicht. Daß das gelingt, habe ich von mir nicht erwartet.

Zur späteren Stunde höre ich gerade

1000 Fragen an mich Selbst – Part C

991. Was macht dich richtig zufrieden?

Im römisch – katholischen Gottesdienst gibt es ein Bekenntnis.

Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

An dieser Stelle erfasst mich regelmäßig eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit. Ich bin aufgefangen und angenommen, so wie ich bin.

992. Was ist das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast?

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Das ist Benny. Ihn habe ich zu meiner Taufe von meinem Patenonkel geschenkt bekommen. Noch heute ist er meine Kopfstütze im Bett, wenn ich lese. Benny ist also gute 41 Jahre alt.

993. Zu wem hast du blindes Vertrauen?

Zu meiner Familie und sehr wenigen wirklichen Freunden habe ich ganz tiefes Vertrauen. Derjenige, den ich mal meinen besten Freund genannt habe, hat es sehr heftig enttäuscht und spielt in meinem Leben heute keine Rolle mehr.

994. Was hast du mal ähnlich wie ein warmes Bad empfunden?

Meinen nackten Sprung in den Schnee vor mehr als zwei Jahrzehnten – der tat richtig gut und sorgte im Nachhinein für wohlige Wärme.

995. Was ist das Spannendste, das du jemals erlebt hast?

So kindlich begeisterungsfähig wie ich mit 12 Jahren war, war es der Besuch vom Kennedy Space Center während unseres Familienurlaubs bei der ältesten Schwester meines Vaters.

996. Was ist ein großer Trost?

Mein Glaube an IHN und SEINEN Sohn haben mich schon oft getröstet, wieder aufgerichtet und meinen Weg weitergehen lassen, insbesondere jetzt gerade, nach dem Selbstmord meiner Mama.

997. Wovon hast du gedacht, dass du es nie können würdest?

Seit meiner Kindheit habe ich mich – bis heute – für Autos begeistert, da ich der festen Überzeugung war, daß meine körperliche Einschränkung es unmöglich machen würde.

Mit den modernen Hilfsmitteln habe ich über 15 Jahre mit Autos am Verkehr teilgenommen, verzichte heute freiwillig darauf.

998. Was kannst du heute noch ändern?

Alles, auf das ich Einfluß nehmen kann, bietet die Möglichkeit, es zu entwickeln.

999. Wie wird dein Leben in zehn Jahren aussehen?

Spekulative Frage. Es müsste wohl eher lauten: „Wie würde ich es mir wünschen?“.

Gerne darf es im Alltag ähnlich wie heute aussehen. Wunderbar wäre es, wenn ich durch eine Partnerin und vielleicht eigene Kinder ergänzt wäre

1000. Welche Antwort hat dich am meisten überrascht?

Überraschend mag ich es nicht nennen, vielmehr einfach interessant und herausfordernd. Ich beschäftige mich gerne mit eigenen Gedanken und mir.

Seelenamt

Schön gestern bin ich per Bus zu meinem Vater gefahren, habe ihn, meine ältere Schwester und die beiden ältesten meiner Nichten getroffen.

Heute morgen im Hochamt haben wir gemeinsam mit einem Teil unserer großen Familie, Nachbarn und Freunden an Mama erinnert.

Besonders gut getan hat es mir, gemeinsam mit ihnen zu unserem Erinnerungsort zu gehen und zu merken, wer alles uns, insbesondere Papa, unterstützt.

Im Gegenzug unterstützen wir meine kleine Schwester, die keine Gelegenheit hatte, da zu sein, da ein Umzug aus dem Rheinland nach Lübeck ansteht zu Anfang August, am Geburtstag unserer Mama. Sie trifft mit ihrem Mann die Vorbereitungen. Ab morgen wird mein Vater sie unterstützen, er ist heute nach einem gemeinsamen Mittagessen zu ihnen gestartet und gut angekommen.

Einfach gut.

1000 Fragen an mich Selbst – Part XCIX

981. Wie sieht dein Auto innen aus?

Solange ich ein Auto besessen und gefahren habe, war einfach zu erkennen, daß ich Linkshänder bin. Alles, was nicht hineingehört hätte, war links von mir im Fußraum und in den Seitenfächern verteilt. Rechts war alles nahezu clean.

Auch mein Fahrrad ist sehr linkslastig eingerichtet.

982. Hast du in den letzten fünf Jahren neue Freundschaften geschlossen?

Ja, denn diese 5 Jahre sind genau die, die ich bisher im Alexianer-Universum verbracht habe. In diesen Jahren sind einige gute Bekanntschaften entstanden. Enge Freundschaft ist mit vieren entstanden.

983. Wer bist du, wenn niemand zuschaut?

Ich bin und bleibe ich. Ich habe Schauspielern aufgegeben. Das kostet mir schlicht zu viel Kraft.

984. Welche inneren Widersprüche hast du?

In manchen Momenten mag ich noch immer meine Einschränkungen nicht akzeptieren, tue mich sehr schwer damit, manche Dinge einfach nicht tun zu können.

Es sind aber Luxusprobleme, denn keins der Dinge ist alltagsentscheidend, es wären zusätzliche Hobbies wie zum Beispiel Inlineskaten.

Diese Grenzen hat meine Mutter immer Schutzengel genannt.

985. Wann warst du über dich selbst erstaunt?

In den Tagen nach dem Tod meiner Mutter war und bin ich noch immer sehr alltagsstabil. Ich hatte während des ersten Telefonats eine völlig andere Befürchtung.

986. Leihst du gern Sachen aus?

Ich bin seit der Geschichte, die in meine Privatinsolvenz führte, sehr vorsichtig geworden. Ich verleihe kaum noch, für mich beschränkt es sich auf wenige Bücher.

987. Bist du auf dem richtigen Weg?

Ja. Seit meinem Klinikjahr werde ich immer stabiler, bekomme einen sicheren Stand, so daß ich mich wieder selbstsicher neu orientieren kann. Gerade sehe ich mittelfristig die Chance, umzuziehen.

988. Wie lautet dein Kosename für deinen Partner?

Ich habe im Moment keine persönliche Ergänzung zu mir, so gibt es auch keinen Spitznamen.

989. Bei wem hast du immer ein gutes Gefühl?

Bei meiner Familie, da geht nichts drüber.

990. Wie zeigst du anderen, dass sie für dich wertvoll sind?

Ich verbringe gerne Zeit mit ihnen, führe Gespräche, die sich nicht beim Wetter erschöpfen.

Erleichtert

Ich bin froh um das Gespräch, welches mein Vater momentan führen darf. Heute hat er mit dem ihm vertrauten Pfarrer ein offenbar sehr gutes geführt und sich entschieden, eine 4-Augen-Trauerbegleitung zu beginnen.

Umso besser ist es, daß ihm das Gegenüber aus seiner Zeit als Lehrer bekannt ist. Es ist die Mutter einer der Schülerinnen seiner letzten Klasse, deren Klassenleitung er hatte.

Ich bin einfach erleichtert.

1000 Fragen an mich Selbst – Part XCVIII

971. Malst du dir manchmal aus, wie es wäre, berühmt zu sein?

Allein den Gedanken finde ich schon absurd. Ich bin froh, wenn ich

972. Welches Museum hast du in letzter Zeit besucht?

Das Picasso-Museum hier in Münster war das letzte, welches ich besucht habe.

973. Experimentierst du gern beim Kochen?

Ja, das mache ich gerne. Das hängt aber am ehesten mit manch planlosem Einkaufen zusammen und dann dem Beschluss: Daraus wird etwas Leckeres 😉

974. Wie wichtig sind Frauen in deinem Leben?

Ich bin froh, daß es euch gibt.

975. Machst du gern Komplimente?

Aber ja. Mir wird gesagt, ich könne mit Sprache ganz gut umgehen.

976. An wem kannst du dir mal ein Beispiel nehmen?

Ich habe in meiner Jugend und frühen Erwachsenenzeit Mönche kennengelernt, deren Lebensform und – begeisterung mir absolut imponiert haben.

977. Wann hast du zuletzt einen Tag am Strand verbracht?

Das ist fast 4 Jahre her, mit meiner damaligen Freundin und ihrer Tochter in Hooksiel.

978. Mit wem kannst du stundenlang über Belangloses quatschen?

Es gibt einige Therapiekollegen, mit denen ich das täglich mache. Neben den Aufträgen bleibt für tiefschürfende Gespräche kein Raum. Auch sind nur wenige wirklich so konzentrationsfähig.

979. In welcher Hinsicht bist du immer noch ein bisschen naiv?

Ich bin und bleibe ein hoffnungsloser Romantiker. 😉

980. Trägst du Schmuck, der für dich einen Erinnerungswert hat?

Ja. Ich habe ein Schmuckherz meiner Mutter in meinem Geldbeutel.

Hohe Luft – Frage 7

Wo sind die Grenzen zwischen Vernunft und Unvernunft?

Sicher für mich ist, daß diese Grenzziehung nicht wissenschaftlicher Natur ist, sondern diese konventionell ist, also eine Gesellschaft im Laufe ihrer Zeit zu einer Übereinkunft gekommen ist, wie sich Vernunft messen läßt. Die Methoden, Vernunft bzw. Intelligenz festzustellen, mögen wissenschaftlich sein, doch bleibt die Beurteilung immer eingebettet in zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext. Wie also ein hoher IQ wahrgenommen und beurteilt wird, ob seine Entscheidungen also vernünftig oder unvernünftig sind, immer kontextuell.

Während man in seiner peer – group nahezu Einigkeit über Alltagsvernunft findet, kann das außerhalb der Gruppe vollkommen anders sein. Beispielsweise gilt ein Mord in meiner Gruppe als gänzlich verachtenswert, so kann in einem Umfeld von Drogenhandel ein ebensolcher als notwendiges Übel oder aber sogar als akzeptabler Weg der Überzeugung von Handelspartnern angesehen werden.

So langsam…

 

… pendelt sich mein Alltag wieder ein.

Es ist wieder gut und richtig, 6 Stunden wochentags im Alexianer-Universum getragen zu sein; freitags kommen die Kaffeerunde & unser 4-Augen-Gespräch hinzu, welche für mich seit Oktober 2014 wöchentliches Ritual und Strebe in meinem Gerüst sind.

Die letzten Wochen habe ich Ich-Zeiten und Zeiten mit und für meine enge Familie mehr Raum gegeben. Das war gut, wir sind – gefühlt – trotz unserer Entfernungen wieder näher beisammen, haben viele kleine Kommunikationen und für uns alle gilt ausnahmslos

 

Es entstanden und entstehen – gefühlt – Gespräche mit Qualitäten, die noch nie da waren. Das tut gut und zeigt mit, daß wir trotz unserer räumlichen Distanz doch eine wirklich enge Bindung haben.

Am 3. August wäre meine Mama 72 Jahre alt geworden. Dieses Jahr wird der Tag komplett anders sein, als er in den letzten Jahren gewesen ist. Waren wir an diesen Tagen bisher immer mit Freunden und Familien in meinem Elternhaus, wird es dieses Jahr anders sein. Das Haus ist leer, denn mein Vater wird bei meiner Schwester sein. Der Tag wird der Tag des Einzuges meiner Schwester in ihr neues Haus an der Ostsee sein.

Meinem Vater wird es gut tun, dort mit ihnen zusammen zu sein, ihnen bei der Einrichtung, dem Aufbau von Möbeln zu helfen. In einem Telefonat habe ich das von ihm erfahren, bin wirklich erleichtert, daß er nicht allein sein wird. Auch ich werde nicht alleine sein, denn ich habe eine Einladung zur Saisoneröffnung der Fohlen gegen den FC Chelsea bekommen.

Wichtig war mir, das meinem Vater zu erzählen und von ihm dafür den Segen zu bekommen. Den gab er mir, so wie er es auch unterstützt hatte, daß mein Schwager in den Tagen vor der Beerdigung beim Rock am Ring war.

Meine Mama schaut halt von oben zu.