Hohe Luft – Frage 6

Wann ist es Liebe?

Mir stellt sich in Anbetracht dieser vier Worte die Frage, ob eines oder nicht doch zwei dieser vier Gegenstand der folgenden Gedanken sein sollten.

Es geht in der Frage doch um zwei Begriffe, es & Liebe.

Ich erlaube mir an dieser Stelle einfach, meinen gesunden Menschenverstand anzuwenden – Definitionen brächten an dieser Stelle nichts, meine ich.

Es – dies ist für mich das Leben in Beziehung – zu mir, meinem direkten und weniger nahen Umfeld.

Liebe – Hingezogenheit zu einem Gegenüber, die über eine rein zweck- oder nutzengebundene Beziehung hinausgeht.

Gehe ich von diesen Grundgedanken aus, dann ist klar, daß die Basis  jeder Beziehung die Akzeptanz meiner Selbst sein muß, die eine Beziehung zu unterschiedlichsten Gegenübern erst möglich macht. Das macht klar, daß Liebe keine Gut-Wetter-Sache sein kann, denn jeder Mensch hat nun einmal positive wie negative Eigenschaften, die ich Talente nenne ( in Anlehnung an das Gleichnis von den anvertrauten Talenten)*, mit denen jeder von uns in alle Beziehungen geht.

Um aber die Chance auf gesunde, d.h. gelingende Beziehungen zu haben, ist eine Menge Ich – Arbeit notwendig, immer mehr, je intensiver diese Beziehungen sind, ansonsten ist das Risiko, daß diese Beziehungen, unabhängig von der Nähe zum Gegenüber, misslingen, sehr hoch.

Ob dann aus einer nahen Beziehung eine Freundschaft und gar eine Partnerschaft entstehen kann, ist komplex; ich habe ein Bild gefunden, welches die komplexen Zusammenhänge einigermaßen zugänglich macht.

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Jede Beziehung hat etwas von einem Puzzle,  je näher sie ist, desto mehr Teile hat es.  Die Gestaltung einer gemeinsamen Beziehung ist die Arbeit an diesen vielen Teilen. Zumeist sitzt man gemeinsam daran, doch denke ich, daß zu einer funktionierenden Beziehung auch gehört,  mal alleine dran zu sitzen und seinem Gegenüber Raum, Zeit und Vertrauen zu geben, an anderen Beziehungen zu arbeiten.

Erst das entwickelt die Liebe zueinander.


*

Mt 25,14 -30

14 Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.

15 Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort

16 ging der Diener, der die fünf Talente erhalten hatte hin, wirtschaftete mit ihnen und gewann noch fünf weitere dazu.

17 Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei weitere dazu.

18 Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19 Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Diener zurück und hielt Abrechnung mit ihnen.

20 Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.

21 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!

22 Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen.

23 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!

24 Es kam aber auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mensch bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;

25 weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Sieh her, hier hast du das Deine.

26 Sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.

27 Du hättest mein Geld auf die Bank bringen müssen, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

28 Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

29 Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

30 Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

 

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