Hohe Luft – Frage 4

Warum vertraue ich nicht immer meiner inneren Stimme?

Sachliche Informationen können ebenso wie emotionale Ratschläge meiner Inneren Stimme heftig zuwider laufen. Sachlichkeit und Emotionalität stehen sich bei jeder bewussten Entscheidung gegenüber. Sind sie miteinander vereinbar, bekommt der Alltag eine charmante Leichtigkeit, die ich in meinem Alltag lange Zeit vermisst habe.
Depression ist Fehlen von Intuition! möchte ich mit Blick in den eigenen Rückspiegel sagen. Ich habe die heftigen Phasen als Zeiten erlebt, in denen ich auf meine eigenen Erfahrungen und mein Wissen nicht mehr zurückgreifen konnte. Das Gefühl von SpongeBob Schwammkopf hat mir den Zugang gänzlich unmöglich gemacht. Das führte dazu, daß ich das Gefühl hatte, vor einer simplen Alltagsentscheidung – normal Sekundensache – die Grundlage mir immer wieder neu draufschaffen zu müssen. Dazu fehlte irgendwann schlicht die Zeit und, das wiederum ließ meinen Alltag immer dunkler und unerträglicher werden. Mich dabei zu beobachten, nach einem Gedankensplitter zu suchen, um wieder strukturiert zu denken zu beginnen, immer wieder zu scheitern, bringt in einen Abwärtsstrudel.

Mein Leben baut sich seit meiner Klinikzeit 2012/2013 komplett neu auf, die Unterstützung aus und in meinem Gerüst hat mich wieder dazu gebracht, meine innere Stimme überhaupt wieder zu hören, ihr zu glauben, ihr wieder vertrauen zu lernen.

Nicht aber nur innere Aspekte spielten und spielen eine Rolle. Die Einflüsse von außen werden mit der erwarteten Erreichbarkeit und der überbordenden Informationsflut immer anstrengender, überrennen jeden und alles, inklusive der inneren Stimme. Sie ist zu leise und fein, um durch den Krach hindurchzukommen, ständig. Dann vertrauen wir dem Mainstream, das braucht zumeist am wenigsten Kraft.

Selbst wieder im Jetzt denkend, hat meine innere Stimme ihre Unbeschwertheit verloren. Ich stelle mich selbst noch immer zu sehr in Frage.