Was ist Schicksal?

Ich denke, dieser Begriff ist belastet, denn mir scheint, er wird als Entschuldigung oder Ausrede gebraucht, wenn etwas anders als geplant oder gewünscht passiert. Etwas außerhalb der eigenen Einflusssphäre liegendes wird für den Fortgang des persönlichen Lebens verantwortlich gemacht.

Schicksal so zu beschreiben scheint mir aber apologetisch. Die eigene Verantwortung wird – so denke ich – ignoriert. Ich bin Christ, glaube an IHN und bin einigermaßen vertraut mit den Büchern der Bibel.

In der Genesis finden sich folgende Verse:
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.(Lutherbibel 2017, Gen 1, 27f)

27 Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.
28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!(Einheitsübersetzung 2016, Gen 1,27f)

Sie sind Teil der ersten Schöpfungsgeschichte, und sie enthalten die Aufforderung an den Menschen, verantwortlich mit seiner Umwelt umzugehen. Die Übertragung aus dem Hebräischen ist ungenau, denn weder die Lutherbibel noch die Einheitsübersetzung treffen die Konnotation des biblischen Hebräischen genau. Während des Studiums wies unser Alttestamentler immer wieder darauf hin.

Für mich bedeutet die verlangte Verantwortlichkeit auch, daß die Wahrnehmung von Schicksal wie oben falsch ist. Für mich ist Schicksal das, was ich draus mache. Ich darf mich nicht beschweren, wenn ich die Dinge aus der Hand gebe. Dann geschieht mit mir, und ich gestalte nicht mehr. Selbst verständlich bleibt es so, daß ich nie alles werde beeinflussen können und nie soweit planen kann, daß ich alles schon erahnt habe.
Zum einen denke ich, daß es dann nur noch eine Existenz und kein Leben mehr wäre, und zum anderen glaube ich eben an Gott, dessen Rolle für mich in diesem Gedicht beschrieben wird.
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Sie trifft nur einen vieler Aspekte meiner Beziehung zu IHM – ER ist immer erster Gesprächspartner, mal Mülleimer, mal Freudenteiler und so vieles anderes. Ich bin dankbar, daß es IHN gibt.