Hohe Luft – Frage 2

Wie viel Prozent bin ich ich selbst?

Zunächst einmal hoffe ich, daß mein Anteil an mir selbst ziemlich hoch ist. Klar ist mir darüber hinaus, daß mein direktes familiäres Umfeld, mein Kindergarten, die Grundschul- & Gymnasialzeit direkten Einfluß auf meine Persönlichkeit hatten.

Die ersten Einflüsse, die für mich unfraglich große Bedeutung hatten und bis heute haben, sind meine Eltern; und sie gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen ist meine DNA je zur Hälfte aus ihrer zusammengesetzt, zum anderen waren und sind sie mit ihrem Verhalten Korrektiv, Beispiel und Abgrenzungsfolie. Die Rolle der Gene meines Vaters sollte – scheint’s – nicht unterschätzt werden. Solange er noch als Lehrer tätig war, kam es mitunter vor, daß ich unterwegs nach Hausaufgaben für den folgenden Tag gefragt wurde. Auch der der Einfluß meiner Mutter ist unübersehbar, denn von ihr habe ich meine Nähe zum Wasser, die regelmäßig in Konflikt mit der Sachlichkeit meines Vaters kommt.

Neben meinen Eltern spielt bei mir meine erweiterte Familie eine wichtige Rolle, da sind meine Schwestern, meine zwei Schwager und meine Nichten. Habe ich zwei Schwestern, so hat mein Vater zwei Schwestern und einen Bruder, meine Mutter allerdings 6 Brüder und 2 Schwestern. Das bedeutet, daß bei einem fiktiven Familientreffen knapp 150 Personen unterschiedlichster Natur zusammen kämen. Waren wir bis zum Studienbeginn zu fünft in unserem Elternhaus, so sind wir heute insgesamt 12 Personen über ganz NRW verteilt. Meine gesamte Familie ist nicht nur über Deutschland verteilt, sondern Geschwister meines Vaters – mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln – leben in den USA und Brasilien – schon seit mehreren Jahrzehnten. Dorther und auch aus meiner Schulkarriere entstammt mein Interesse an Fremdsprachen. Das Talent für die deutsche und das Lernen manch anderer Fremdsprachen habe ich von meinem Vater, darf aber von mir behaupten, sie ohne jede Angst im Alltag anzuwenden. Ich quatsch einfach drauf los 😉

Bis ich das konnte, habe ich allerdings mehr oder weniger anstrengende Jahre in Kindergarten, Grundschule und Gymnasium hinter mich gebracht. Die einfachste dieser Zeiten war die im Kindergarten, denn dort waren Konkurenzgedanken nicht da, körperliche Unterschiede wurden im wahrsten Sinne des Wortes überspielt. In der Grundschulzeit blieb das lange so – insbesondere der Einsatz meiner Klassenlehrerin und der meiner Kunstlehrerin haben meine handwerklichen Nachteile gekonnt ausgeglichen. Auffällig und für mich nicht mehr zu ignorieren waren die körperlichen Nachteile im Sportunterricht am Gymnasium, obschon ich bereits zu Grundschulzeit damit zu kämpfen hatte, nicht im Fußballverein mitspielen zu können. Daß ich gleichzeitig Tennis spielte, in der DLRG aktiv war, blieb für mich genauso unsichtbar und wertlos wie manch anderes, oder aber, es war eben doch ich, der den Unterschied gemacht hat. Niemand aus meiner Klasse hat insgesamt 16 Jahre im Standard- & Lateintanzgeschäft verbracht; und meine Mutter hatte mich fast 1 Jahr lang bearbeiten müssen 😉

Es war und ist vielleicht bis heute immer eine Frage der Perspektive, einzuschätzen, wie viel ich ich bin, doch steht fest, daß heute der Satz Ich bin ich, und das ist gut so! sowohl sagt, daß Abgrenzung notwendig ist, als auch klar macht, daß genau das nur möglich ist, wenn ich weiß, woher ich komme.

Allgemein

Ed View All →

Mittlerweile viel näher am ICH als erstes und zweites Leben mich bringen konnten.

Herzlich Willkommen im Dritten

3 Comments Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: