Hohe Luft – Frage 1

Wie erwacht eine Neigung?

Um zu wissen, was offenbar erwachen kann, muß ich erst einmal klären, was eine Neigung überhaupt ist.

Der Duden listet auf:

    1. das Neigen
    2. das Geneigtsein, das Schrägabfallen
    3. besonderes Interesse (für bestimmte Dinge, an bestimmten Betätigungen), Vorliebe
    4. das Anfälligsein für etwas, Hang zu etwas
    5. das Einschlagen einer bestimmten Richtung im Denken und Handeln
    6. herzliches Gefühl des Hingezogenseins zu einem anderen Menschen

Ich entscheide mich, um die Frage zu beantworten, die Bedeutungen 1 & 2 außen vor zu lassen. Eine wichtige Gemeinsamkeit der übrigen liegt darin, daß eine Beziehung zu einer Sache oder einer Person beschrieben wird. Desweiteren ist allen gemeinsam, daß sie positiv auf etwas gerichtet sind – zumindest aus der Sicht des- oder derjenigen, der bzw. die eine Neigung entwickeln und ihr nachgeben.

Etwas,  zu dem eine Neigung entsteht, übt eine spontane Attraktion aus. Eine positive Reaktion ist direkt damit verbunden, sei es eine körperliche oder auch psychische Reaktion, die Endorphine und Adrenaline freisetzt.

Sofern und solange mit einer Neigung für nichts und niemanden negative Folgen verbunden sind, sie gegen keine Regeln und Gesetze verstoßen, fallen Neigungen im Alltag kaum auf. Ändert sich das, leidet etwas oder jemand unter einer Neigung, ohne eingewilligt zu haben, dann wandelt sich die Wahrnehmung. Ist da zum Beispiel die Neigung hin zu Blues-, Funk- & Rockmusik – wie bei mir – dann kann einem das zusagen oder eben nicht, weiter bewertet wird es in der Regel nicht. Allenfalls bilden sich Freundes- und Bekanntenkreise, die gleiche Interessen teilen. Hat nun jemand aber die Neigung, sadistisch zu sein, so  muß es mindestens ein Gegenüber geben, daß masochistisch dieser Neigung entspricht, denn in diesem Gegenüber findet sich dann die Duldung dieses Regelverstoßes. Findet sich dieses Gegenüber nicht, wird die Neigung durch die hoffentlich möglichst schnell einsetzende Regulierung für die Gesellschaft unschädlich, sei es durch Strafe oder Therapie.

Jeder Mensch entwickelt in seinem Umfeld Neigungen – vielleicht sollte man sie etwas griffiger als Hobbies oder Interessen beschreiben – Ideen bekommt jede/r in seinem alltäglichen Leben, Kinder nehmen zuerst ihre Eltern und ihr direktes Alltagsumfeld als Orientierung. Viele Vorlieben übernehmen wir  von unseren Eltern und weiteren älteren Familienmitgliedern. Ich zum Beispiel habe von meinen Eltern das Tennisspielen und das Interesse an Musik und Gesang übernommen. Einige habe ich wieder abgelegt, andere pflege ich bis heute.

In manchen meiner Lebensphasen habe ich auch Neigungen gepflegt, um mich abzugrenzen – habe verbotene Musik gehört –

 habe meine Freizeit mit Punks unter der Trauerweide im Stadtpark verbracht -alkoholfrei – das rechnen mir meine Eltern bis heute hoch an.

Musikalisch bin und bleibe ich meiner Abneigung gegen die üblichen Top 100 bis heute treu, habe nach meiner Punk – Zeit zurück gefunden zu meinen Wurzeln, die mir meine Gesangslehrerin  zu dieser Zeit auch benannt hat, Spirituals, Gospels und Blues. Ihnen und ihren rockigen Varianten bin und bleibe ich treu.

 

 

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