1000 Fragen an mich Selbst – Part XXXV

Frage 341: Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?

Ich muß mich in der Öffentlichkeit extrem zurückhalten, nicht einzugreifen, wenn ich die Vergewaltigung der deutschen Sprache insbesondere im Bus zur Therapie wahrnehme. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – die Bände sind ein erschreckendes, aber auch witziges Dokument dieses Faktums.

Frage 342: Kann jede Beziehung gerettet werden?

Nein. Voraussetzung für eine Rettung ist ein Gegenüber Aug‘ in Aug‘ und die Bereitschaft beider, sich aufeinander zuzubewegen.

Frage 343: Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?

. Offensichtlich bin ich nicht das Cover – Model, dieses eh‘ ständig retuschierte Kunstobjekt und Ideal der Size Zero – Generation. Einzig wichtig: Ich mag es und kann gut in mein Spiegelbild schauen.

Frage 344: Womit hälst du dein Leben spannend?

Warum ist Spannung immer eine der ersten Kategorien für ein gelingendes Leben? Das ist mir überhaupt nicht verständlich. Viel wichtiger ist doch Spaß daran, das eigene Leben Tag für Tag mit einem Lächeln zu beginnen, die Unwägbarkeiten und Aufgaben zu erledigen und zum Abend erschöpft und zufrieden einzuschlafen.

Frage 345: Kannst du unter Druck gute Leistungen bringen?

Nein. Nicht umsonst habe ich für mich die Rückkehr auf den ersten Arbeitsmarkt vollkommen ausgeschlossen. Ich brauche die Möglichkeit, meinen Arbeitsrhythmus an meine Bedürfnisse anpassen zu können und komme gut mit den Arbeitsprozessen zurecht, die manch andere als monoton beschreiben könnten. Sie geben mir einen Rhythmus von außen, der sich regelmäßig auch auf meine Gedanken überträgt, ich dadurch Ruhe erfahre.

Frage 346: Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?

Die Kindergartenzeit. Spielen am Morgen, spielen am Mittag und spielen am Abend. Dort spielte die Kategorie behindert bzw. eingeschränkt noch überhaupt keine Rolle. Das war so unbeschwert.

Frage 347: Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?

Ja, ohne wenn und aber.

Frage 348: Hast du immer eine Wahl?

Ja, ich habe immer eine Wahl, jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde. Wenn mir Entscheidungen von außen abgefordert werden, auch dann bleibt es dabei. Einzig muß ich bereit sein, mit den Konsequenzen umgehen zu können.

Frage 349: Welche Jahreszeit magst du am liebsten?

Ich mag kalte und klare Tage. Sie machen es mir am einfachsten, mit den Folgen meiner internatalen Hirnschädigung umgehen zu können

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Frage 350: Wie hättest du heissen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?

Das würde ich nicht tun wollen. Die Motivation für meinen bis heute seltenen und ungewöhnlichen Vornamen lag im Wunsch meiner Eltern, in der Schule nicht einer von mehreren zu sein, sondern schon im Namen eindeutig zu sein. Das war bis zum Ende meines Studiums tatsächlich.

Auch die Namen meiner Schwestern sind bis heute ähnlich selten.

Veröffentlicht von

Ed

Mittlerweile viel näher am ICH als erstes und zweites Leben mich bringen konnten. Herzlich Willkommen im Dritten

4 Gedanken zu „1000 Fragen an mich Selbst – Part XXXV“

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