Alltag in und um der kleinen Domstadt

Die Maske fällt….

Veröffentlicht in 05/12/2019

Gegenüber Nique ändere ich mein Verhalten, schlage vollkommen andere Töne an, will Dinge zurück, die ich ihr vorgestreckt und geliehen habe.

Ich habe es mir gespart, auf ihre Vorstellung von Freund in irgendeiner Weise einzugehen, für sie ist es offenbar normal, Menschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und dann noch Beifall dafür zu erwarten.

Daß ich mich in ihre geschauspielerte – das ist mir nun mehr als klar – Fassade verliebt hatte, das kann und will ich nicht leugnen, doch der kaputte und sich selbst zerstörende Inner Part wiedert mich immer heftiger an.

Ihre Selbstcharakterisierung aus der letzten Zeile, nun ja, da mag man geteilter Meinung sein. Es tat auf jeden Fall gut, das an richtiger Stelle los zu werden. Mein Druck ist raus und ich wieder entspannt.

… 2 tell & explain…. Nachvollziehbar?

Veröffentlicht in 01/12/2019

Nique habe ich vor knapp 2 Jahren bei facebook gefunden.

Ich bin interessiert an Musik und teile diese auch gern. Das mache ich eben hier und in einer fb- Gruppe. Diese wurde vor einigen Jahren eben von Nique gegründet, hat den Namen Das musikalische Irrenhaus, und wurde zu einem Ort, an dem ich meine Musik teilen und Kontakte knüpfen konnte und kann. Zugegeben, die meisten werden online bleiben, doch der zu Nique wurde persönlich.
Wir trafen uns am ersten Wochenende im August, dem Wochenende, an dem meine Mama ihren 72. Geburtstag hätte feiern können. Sie hat sich entschieden, zwei Monate vorher zu IHM zu gehen. Meine jüngere Schwester ist mit ihrer Familie an diesem Wochenende an die Ostsee umgezogen, meine ältere Schwester war zum Familienurlaub an der holländischen Nordsee, mein Vater war zum Umzug ebenfalls in der Ostsee- Stadt. Unser Haus war an diesem Wochenende komplett leer. Ich habe mich also entschieden, die Einladung zum Freundschaftsspiel M’Gladbach – Chelsea FC anzunehmen.

Zu dieser Gelegenheit habe ich Nique das erste Mal persönlich getroffen.

Schon zu dieser Gelegenheit war mir noch mehr als schon aus unseren Telefonaten klar, daß die Situation nicht haltbar war, und ich habe mich entschieden, ihr bei der Wohnungssuche zu helfen. Es war mir schnell gelungen, eine möblierte Bleibe zu finden. Hier habe ich davon geschrieben. Schon damals war mir klar, daß sie weitere Hilfe würde brauchen. So ist es eben dazu gekommen, daß ich weitere Zeit in sie investiert habe. Ich habe für sie den Umzug mitorganisiert und den damit verbundenen Behördenkram erledigt, war dafür vor Ort, fühlte und fühle mich nicht mehr ernst genommen. Das hat soweit geführt, daß ich nun den Kontakt einschlafen lassen werde, einen Strich drunter mache.

Vom letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, habe ich bisher nichts aus mir rausgeschrieben. Der tropfte beim letzten Treffen auf die gespannte Wasseroberfläche. Nicht nur, daß sie bei unserem zweiten Treffen  – ich lag im Nebenzimmer – mit ihrem Vermieter gepoppt hat, weil sie glaubt, sich so Unterstützung sichern zu müssen, nein, sondern behauptet das gleiche bei unserem letzten Treffen und – tadaa – poppt stockbesoffen ihren 19 – jährigen Nachbarsjungen auf dem Sofa, während ich die gleiche Position wie beim letzten Mal hatte – im Nebenzimmer im Bett.

Dem ganzen die Krone aufgesetzt hat sie allerdings am nächsten Morgen, als sie mich aus dem Bett holt, mich zum Amt schickt – dazu sei ich ja schließlich auch vor Ort, haut sie mir um die Ohren – und sich selbst wieder schlafen legt. Nach zwei Stunden Schlaf war ich nicht in der Lage, Position zu beziehen, habe also das Notwendige mit dem Nützlichen verbunden und so die Busfahrten zum Schlafen genutzt, um das möglichste für sie zu erreichen. So wenig Schlaf hatte ich, weil sie mir, nachdem der Welpe gegangen war, noch zwei Stunden die Ohren vollgeheult hat, daß er doch jünger als ihr Sohn sei. Wieder zurück, war sie, so schien es ihr wohl, wieder klar, machte mir deutlich, daß ich auch genauso gut hätte schlafen können, es würde eh nichts bringen, und sie stellte im Brustton der Überzeugung fest, ihr ginge es doch gerade so scheiße, daß sie sich doch wenigstens den Welpen hätte gönnen dürfen. Ich solle dazu doch nichts sagen. Offenbar war es genug, daß ich ihr Leben organisiert hatte und als Mülleimer diene.

 

Mir reicht’s!!

Sic!!!

Veröffentlicht in 25/11/2019

Ja, genauso ist es. Ich habe eine Entscheidung getroffen. Den Kontakt zu Nique werde ich bis auf die Musik komplett beenden. Ich unterstütze und helfe gerne, das ist Teil meiner Natur. Auch ist es Teil meiner Natur, sehr geduldig mit Freunden zu sein, denn niemand wird jemals perfekt sein, allen voran nicht ich. Es gibt aber Grenzen, die niemand im Umgang mit mir unterschreiten sollte, erst recht nicht mehrfach. Genau das hat sie aber getan.

Von mir erbittet sie Hilfe und Unterstützung, erwartet aber genau eine Lösung, die in ihrem alkoholvernebelten Hirn die einzige zu sein hat. Um Hilfe gebeten, fahre ich die Strecken gern, doch dann mehr als einmal im Nebenzimmer geparkt zu werden, während sie denkt, per Sex Loyalität erreichen zu können, ist unter meinem Niveau. Damit habe ich es nicht mehr nötig, mich abzugeben. Die fb – Musikgruppe wird der letzte Kontakt bleiben, den es gibt.

Alles andere wickle ich ab.

Auf Richtung Wochenend‘

Veröffentlicht in 22/11/2019


Mit Musik komme ich einfach besser durch den Tag. Das galt auch heute wieder.

Neben Funk tauchte in meiner Playlist heute seit langem mal wieder a capella für Fortgeschrittene auf, wie mein Chef ihn nannte.

Ich mag die Vier sehr und bedauere, daß die Finnen nach gut 10 Jahren in ihre klassischen Musikfelder zurückgekehrt sind.

Nach der Zeit im Alexianer – Universum bin ich nun in meiner Höhle und entspanne auf dem Sofa mit einem Krimi.

Alle Jubel Jahre….

Veröffentlicht in 19/11/2019

…. erwischt es mich mal. Die letzten drei Tage hat mich eine Magen- Darm- Geschichte genervt und mich – kurze Zeiten ausgenommen – die Vorzüge meines Bettes schätzen lernen lassen.

Gelesen habe ich nicht allzu viel, dafür umso mehr Gute – Laune – Musik gehört. Auch dieses Stück gehört dazu.

Gleis 9 3/4

Veröffentlicht in 16/11/2019

Gerade stehe ich am Gleis, in der Stadt, die nicht existiert, zum Umstieg.

Der Zug bringt mich in die Stadt des Herrmanns-Denkmals. Dort feiere ich im Kreise der Familie den 11. Geburtstag der ältesten meiner 5 Nichten. Sie liebt die Harry-Potter-Bücher und das Universum, welches sich in ihnen öffnet. Unglaublich gern beschäftigt sie sich mit den Theorien hinter den Geschichten rund um die Hogwarts- Schüler.

So erklärt sich auch ihr Wunsch.

Ich werde in einer halben Stunde angekommen sein und freue mich schon jetzt auf die gemeinsamen Stunden mit allen, die da sein werden.

Eine völlig andere Gedankenwelt als die rund um Nique – einfach entschleunigt und entspannt.

Komplimente

Veröffentlicht in 03/11/2019

..hab ich in den letzten Tagen bekommen, zugegeben – es waren ungewöhnliche.

In Gesprächen mit mir liefen bei Freundinnen, zwei ganz starken Frauen, vollkommen unvermittelt Tränen. Von der einen ganz sicher, von der zweiten nicht hundertprozentig, weiß ich, daß sie ihre Maske, ihren Schutz, nur bei tiefem Vertrautsein miteinander ablegen.

V war es, die nicht nur heute, sondern schon zu mehreren Gelegenheiten ihren Panzer abgelegt hat,  mir einen Blick auf Seiten von ihr erlaubt, die – so glaube ich sagen zu können – bisher niemand anderer hat sehen dürfen. Ein Kompliment.

Ebenso war es gestern. M habe ich nach mehreren Monaten das erste Mal wieder getroffen, zum Essen auf dem Markt. Waren wir dort noch zu fünft, hat sie mich zu sich eingeladen, gemeinsam einen Tee zu trinken, miteinander zu sprechen, über unseren Alltag zu erzählen. Ihr wie mir hat es wirklich gut getan. Irgendwann sagte sie, sie sei angestrengt, über sich zu sprechen, koste sie ungemein Kraft. Das kenne ich ja nun aus eigener Erfahrung sehr gut, und so habe ich mich auf den Abschied vorbereitet. Gerade auf dem Absatz, um Richtung Treppenhaus zu starten,  nahm sie mich in den Arm und ließ Tränen laufen. In die hinein sagte sie, daß sie dankbar sei, daß ich ihr zugehört habe und mich darauf eingelassen habe, mich zurückzunehmen, sie nicht zu überfordern.

Verabschiedet haben wie uns wie Inuit untereinander, Nase an Nase. Ebenso ein Kompliment.

 

Neubewertung

Veröffentlicht in 30/10/2019

Das gilt offenbar nicht nur für mich, auch andere Leute haben einen Alltag, um den ich sie nicht beneide. Seit dem ersten Augustwochenende habe ich täglich Kontakt mit der Belgierin.

Am Wochenende des 72. Geburtstags meiner Mutter – wir haben ihn nicht zusammen verbracht – habe ich sie das erste Mal getroffen, sie mittlerweile einige Male gesehen und unterstützt. Hatte ich meinen Alltag schon für sehr schräg, ungeordnet, teils ein Chaos gehalten, so darf ich mittlerweile festhalten, daß mein Leben und Alltag traumhaft geordnet ist.

Beim letzten Besuch an der Mosel habe ich, haben wir erleben können, was mit mir passiert, geht diese Ordnung verloren. Dann schlagen die Symptome meiner Depression richtig durch. Beherrsche ich die deutsche Sprache eigentlich ganz passabel, so war es an dem Wochenende so, daß ich kurzzeitig verstummt bin, einzig unsere wirklich tiefe Vertrautheit und unser Vertrauen zueinander hat mich meine Stimme wiederfinden lassen.

Verstummt bin ich ob des Stresses, der von außen auf V einprasselte und damit auch mich traf. Ich bin es halt nicht gewohnt, daß Kommunikation von Personen aus ihrem Umfeld nur kreischend funktioniert und versucht wird, mit roher Gewalt die Haustür einzutreten, wenn Kommunikation abgebrochen werden muss. Ebenso konnte ich mir bisher nicht vorstellen, daß es mir bekannten Personen absolut keine Probleme bereitet, V ein Glas durchs Gesicht zu ziehen. Die Narbe in ihrem Gesicht – ein Überbleibsel der Not – OP wird sie noch lange Zeit daran erinnern.

Da erscheint, daß ihre Vermieterin es seit fast 14 Tagen nicht hinbekommt, den Öltank wieder aufzufüllen, fast schon wie eine Farce.

Was bin ich froh, daß mein Alltag so geordnet und vielleicht auch langweilig sein kann. Ich werde nie meine Zusage, sie zu unterstützen zurückziehen. Das werde ich nie tun. Das geht unter Freunden einfach nicht; zumal sie es gesundheitlich einfach nicht hinbekäme.

Erleichterung

Veröffentlicht in 06/09/2019

Sie macht sich seit gestern bei mir breit, kriecht sanft durch jede meiner Poren.

Ich habe es mit Ruhe und Konsequenz tatsächlich binnen knapp zweier Wochen geschafft, für eine Freundin im Landkreis Cochem eine Wohnung zu finden.

Ich habe ihr diesen Dienst getan, da sie zum einen gesundheitlich dazu momentan nicht in der Lage ist, und, zum anderen, weil ich sie einfach mag. Wir haben in der Zeit, die wir momentan in Kontakt sind, einfach wahnsinnig gute Gespräche geführt, Probleme gemeinsam gelöst.

Sie war und ist für mich da rund um den Tod meiner Mama, wir haben bereits einige lange Telefonate geführt. Zudem sind wir beide einfach musikverrückt. Viele unserer Botschaften erfahren wir voneinander durch Musikvideos, die als Ergänzungen zu unseren manchmal nur kurzen Gesprächen ganz eigenen Bedeutungen bekommen. Das tut ihr wie mir einfach gut. Noch gestern hat sie es erwähnt.

Heute nach meiner Alexianer- Zeit starte ich zu ihr, gebe etwas von dem zurück, was ich bekomme.

Hohe Luft – Frage 9

Veröffentlicht in 01/09/2019

Sehen wir nur, was wir kennen?

Im Moment spielt Musik in meinem Alltag eine noch viel größere Rolle, als sie es in den Jahren und Jahrzehnten zuvor getan hat. Jetzt schafft sie es, neben der Therapie und Arbeit, mir inneren Rhythmus zu geben, Texte lenken meine Gedanken um und das gemeinsame Interesse an der Musik im musikalischen Irrenhaus holt neben den so ungefilterten Kontakten zu meinen Kollegen mit großer Sicherheit mein Lächeln zurück aufs Gesicht und in Gedanken. Auch lerne ich dort neue Menschen kennen, die Geschichten hinter den geposteten Liedern und noch einiges mehr.

Diejenigen, die ich bisher persönlich habe kennenlernen können, sind eine Bereicherung für mich, auch tut es unglaublich gut, ungekünstelte und ehrliche Gespräche führen zu können.

In der Gruppe sehe ich eben nicht nur, was ich kenne, der gemeinsame Nenner ist eben Musik, mit all‘ ihren Ausprägungen. Dort bin ich das erste Mal auf Antidepressiva gestoßen, fange gerade an, mich in ihre Lieder hineinzuhören.

Wie bei mir für den speziellen Bereich der Musik gilt es meiner Meinung nach auch allgemein. Wir nehmen all‘ das wahr, sehen all‘ das, was ähnlich zu unserem bisherigen Erfahrungsschatz ist. Zum einen zeigt ein Vergleich des neuen immer Ähnlichkeiten mit Vertrautem, was Sicherheit bietet, uns ein Reaktionsmuster zur Verfügung steht, welches an die Unterschiede angepasst werden kann.

Passiert es, daß man mit etwas vollkommen neuem konfrontiert wird, so kann und muß man sich darauf einstellen. Muß es spontan passieren, dann beinhaltet das eine nicht zu mißachtende Fehlerquelle. Es fehlt schlicht die Zeit, abzuwägen.

Es müssen neue Reaktionsmuster entstehen, plötzlich und spontan. Man wird genötigt, wahrzunehmen und Position zu beziehen.

Eines der Grundprinzipien dieses Prozesses beschreibt dieses Buch:

Ein tolles Basiswerk. Es hat riesig Spaß gemacht, es zu lesen.

Rückhalt…

Veröffentlicht in 01/09/2019

…. bietet mein Gerüst in den Wochen und Monaten, die meine Mutter jetzt bereits fehlt.

Und ich merke, wo und wie, wer wirklich Freunde sind, mich und meine Tränen aushalten, mich unterstützen, Gedanken zu sortieren, mir einfach mal zuhören.

Das ist und ihr seid mir sehr viel wert.

Regelmäßigkeit

Veröffentlicht in 18/08/2019

Sie ist mir im Moment eine große Stütze.

Jeden Morgen zu wissen, ich kann wieder zu meinen Leuten, an meinen Platz unter der Gruppe, die – im positiven Sinne – ein wenig bluna sind, tut mir unglaublich gut. Die Gedanken an meine Mutter, an meine Familie beschäftigen mich immer – sie ziehen mich nicht runter, doch kosten sie mich Kraft. Wie in den ersten Tagen danach, bin ich dahin zurückgekehrt, gute acht Stunden statt der vereinbarten 6 Stunden, dort zu sein. Das Leben dort, die unterschiedlichen Charaktere meiner Therapiekollegen, ihre Schrullen und die positiven Rückmeldungen für das, was ich dort tue und wer ich bin, sind für mich eine wichtiger Teil meines Gerüstes.

Ich habe einen guten Draht zu den wenigen Schwerstmehrfachbehinderten in unserer Gruppe, sie springen irgendwie auf mich an und lassen sich von mir in den Arbeitsablauf einbinden, motivieren und haben Spaß an dem, was wir miteinander schaffen. Das wird mir honoriert – mein Gruppenleiter hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, in der Fördergruppe ein Praktikum zu machen.

Die Idee reizt mich zwar, doch der Respekt davor bleibt. Gerne unterstütze ich meine Kollegen, doch sehe ich das Risiko, daß ich in der Begeisterung dafür kippen könnte, erst recht dann, wenn die Unterstützung zur Arbeit meine vorrangige Sache werden muss.

Das mag ich nicht. Die Regelmäßigkeit unserer Aufgaben ist mir noch zu bedeutsam.

Ritual….

Veröffentlicht in 10/08/2019

….ist mir mein Freitag Mittag seit 2014 geworden. Nach meinem Therapietag treffe ich regelmäßig meine ambulante Begleiterin, die zum BeWo der Alexianer gehört.

Wir nehmen uns 45 – 60 min Zeit, die letzten sieben Tage Revue passieren zu lassen. Zu allererst lasse ich es einfach sprudeln, das, was mich in meiner Arbeits-, Therapie- und privaten Woche bewegt, berührt und auch mal geschockt und geärgert hat. Versteht sie etwas nicht auf Anhieb, stellt sie passende Fragen, lenkt meinen Bericht.

Ich habe nach diesen Gesprächen das Gefühl, die Woche abgelegt zu haben, Druck, der zurückgeblieben war, ablassen zu können. Das macht es mir möglich, in den Dingen, die mir am Wochenende begegnen und geschehen, Entspannung zu finden.

Sei es, daß ich über den Wochenmarkt streife, um dort zu Mittag zu essen, sei es, daß ich tatsächlich schlafe oder sei es – wie letztes Wochenende – der Besuch bei Freunden und die Zeit mit ihnen, ich finde darin Ruhe und wirkliche Entspannung.

Auch Ruhe bringen mir immer wieder Ich-Zeiten, die ich für mich gestalte, sei es lesend, Fahrrad fahrend oder auch Gelegenheiten, zu denen ich bewußt entscheide, jemanden in meine Welt hinein zu lassen, so wie gestern, mehrere Stunden Messenger- & WhatsApp- Gespräch. Umso schöner ist es, wenn auch mir eine Tür geöffnet wird.

Danke, Chef.

Das Musikalische Irrenhaus….

Veröffentlicht in 06/08/2019

…. ist eine Facebook-Gruppe, in der ich seit einiger Zeit gerne und viel aktiv bin. Schon seit mehreren Jahren existiert sie.

Warum erzähle ich das?

Ich erzähle und schreibe es hier auf, zum einen,weil sie für euch vielleicht auch interessant ist, zum anderen, weil ein Teil der Gruppe am letzten Wochenende für mich ganz wichtig war und bleiben wird.

Der 3.August wäre der 72. Geburtstag meiner Mama gewesen, und ich hatte Angst, über diesen Tag allein zu sein. Diese Angst hatte ich aber nicht nur um mich, sondern insbesondere um meinen Vater.

Der Fortgang des Lebens hat dazu geführt, daß er bis heute und noch einige Tage beim Umzug ins und der Renovierung des neuen Hauses meiner Schwester in Lübeck aktiv sein kann und Leben um sich hat.

Meine ältere Schwester war über das Wochenende bereits in ihren Familienurlaub an der holländischen See gestartet, so daß ich am Freitag nach der Kaffeerunde per Zug an die Mosel starten konnte.

Sie wohnen gemeinsam in einer WG. Wir haben uns jetzt das erste Mal getroffen, Gespräche begonnen, noch längst nicht beendet,Musik gehört, selbst gemacht und Projekte besprochen und gestartet.

Gemeinsam Gladbach – Chelsea zu sehen, zu kochen, zu lachen, zu singen und auch zu schweigen – das war ein guter Weg, den Geburtstag meiner Mutter zu begehen.

Ich habe mich wohl und gut aufgehoben gefühlt.

Hohe Luft – Frage 8

Veröffentlicht in 04/08/2019

Warum begreifen wir manches nie?

Um Dinge begreifen zu können, ist ein Zugang notwendig. Dieser wiederum hat unterschiedliche Bedingungen zur Voraussetzung.

Erste Bedingung ist die menschliche Begrenztheit, unabhängig von der individuellen Intelligenz.
Der Mensch ist eben in der Lage, in vier Dimensionen sinnvoll und intuitiv zu denken, Strecke, Fläche, Raum und Zeit, mehr nicht. Abstrakt läßt sich auch in n Dimensionen denken, doch ist die Gruppe von Personen, die dazu in der Lage ist, exklusiv.

Dieser Grundgedanke der Exklusivität findet sich in leicht abgewandelten Formen in unterschiedlichsten Alltagszusammenhängen. Darüberhinaus kommen mir noch zwei weitere Aspekte in den Sinn, die in Zusammenhang mit Talent und Disziplin stehen.

Das Gleichnis von den Talenten

14 Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.

15 Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort

16 ging der Diener, der die fünf Talente erhalten hatte hin, wirtschaftete mit ihnen und gewann noch fünf weitere dazu.

17 Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei weitere dazu.

18 Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19 Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Diener zurück und hielt Abrechnung mit ihnen.

20 Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.

21 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!

22 Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen.

23 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!

24 Es kam aber auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mensch bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast.

25 weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Sieh her, hier hast du das Deine.

26 Sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.

27 Du hättest mein Geld auf die Bank bringen müssen, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

28 Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

29 Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

30 Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

In diesem, noch einigermaßen geläufigen Gleichnis werden Grundwahrheiten benannt, die meiner Meinung nach auch Bedeutung bekommen bei der Antwort auf diese Frage.

Talente werden nicht erworben, ich sehe sie als Geschenk von IHM. Woher sie kommen, mag jeder für sich selbst deuten, doch ist es ja offensichtlich, daß jede/r eine andere, eben eine eigene Ausstattung bekommen hat. Ebenso individuell ist die jeweils eigene Art des Umgangs mit den eigenen Talenten. Ist eines kaum oder gar gar nicht ausgeprägt, lässt es sich möglicherweise durch Training und damit verbundener Disziplin nutzbar machen und gewinnbringend einsetzen.

Diesen Zusammenhang sehe ich analog auch beim Wissenserwerb. Manches ist einem sehr leicht zugänglich – mir z.B. Fremdsprachen – anderes bleibt einem immer böhmisches Dorf. Ich bewege mich durch die Chemie bis heute wie in einem ebensolchen. 😉 Im Normalfall bewegt sich jeder von uns in allen Bereichen zwischen diesen Extremen und ist in der Lage, sich auf dieser Erkenntnisleiter nach oben zu bewegen, je nachdem, welchem der Diener wir es gleich tun. Der Erfolg liegt hier in der eigenen Hand.

Anders verhält es sich mit dem kulturellen Zusammenhang, in den jeder von uns hineingeboren wird. Dabei denke ich sowohl an den privaten wie auch den öffentlichen Zusammenhang.

Im privaten Zusammenhang finden sich meiner Meinung nach die enge wie weitere Familie und ihre Bräuche und Rituale. Darüber hinaus ordne ich diesem Zusammenhang auch Schule, Beruf, Freundes- & Bekanntenkreis zu, denn in allen Situationen entstehen mehr oder minder intensive persönliche Kontakte. Ich teile mit all‘ jenen Personen einen breiten Erfahrungshorizont, dessen Grundüberzeugungen sehr nah beieinander liegen. Erst das macht einen gemeinsamen, nicht allzu konfliktträchtigen Alltag miteinander möglich. Schon in diesem noch gerade übersichtlichen Feld können Konflikte entstehen, die Arbeit und manchmal Hilfe von außen notwendig machen.

Ungleich größer wird dieses Risiko, wenn Einzelpersonen oder Gruppen aufeinander treffen, deren private Zusammenhänge kaum oder gar keine Überschneidungspunkte haben. Daraus entstehen zwangsläufig Konflikte unterschiedlichster Intensität, die soweit führen können, daß ein gemeinsamer Alltag nicht möglich wird.

Dann und darum verstehen wir manches nie.

Schlußendlich entscheidend bleibt aber:

Bin ich offen und bereit, etwas neues, mir völlig fremdes, überhaupt verstehen zu wollen?

Miteinander verbunden…

Veröffentlicht in 29/07/2019

…habe ich heute das Schöne mit dem Praktischen.

Vor ihrem Umzug sind meine kleine Schwester mit ihrer Familie, ebenso auch meine ältere Schwester mit meinen beiden ältesten Nichten im Haus meiner Eltern. Die alte Wohnung in Rheinland ist nahezu leer.

So haben wir heute gemeinsam den 5. Geburtstag meiner vierten Nichte gefeiert, eine Eisbombe fast komplett verdrückt. Die übrigen sind danach noch zu einem Überraschungsbesuch auf einem Pony-Freizeithof gestartet. Ich hoffe, es hat ihnen Spaß gemacht. Das kann ich persönlich leider nicht sagen, denn sowohl meine Kopfschmerzen als auch ein Termin beim Neurologen – ich brauchte ein Folgerezept – haben es verhindert, sie zu begleiten.

Ich liebe Zeit mit meiner Familie, unterstütze sie – insbesondere unseren Vater – wo und wie ich kann nach Kräften.

Nötigung…

Veröffentlicht in 27/07/2019

…. war das, dieses Wetter.

Es hat mich dazu genötigt, den Ausgang auf das nötigste zu beschränken. Mit einem Tag Unterbrechung habe ich trotzdem die Zeit in der Werkstatt durchgestanden und gestaltet.

Darauf bin ich stolz; die Entspannung habe ich durch langen Schlaf und Lektüre erreicht. Daß das gelingt, habe ich von mir nicht erwartet.

Zur späteren Stunde höre ich gerade

1000 Fragen an mich Selbst – Part C

Veröffentlicht in 23/07/2019

991. Was macht dich richtig zufrieden?

Im römisch – katholischen Gottesdienst gibt es ein Bekenntnis.

Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

An dieser Stelle erfasst mich regelmäßig eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit. Ich bin aufgefangen und angenommen, so wie ich bin.

992. Was ist das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast?

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Das ist Benny. Ihn habe ich zu meiner Taufe von meinem Patenonkel geschenkt bekommen. Noch heute ist er meine Kopfstütze im Bett, wenn ich lese. Benny ist also gute 41 Jahre alt.

993. Zu wem hast du blindes Vertrauen?

Zu meiner Familie und sehr wenigen wirklichen Freunden habe ich ganz tiefes Vertrauen. Derjenige, den ich mal meinen besten Freund genannt habe, hat es sehr heftig enttäuscht und spielt in meinem Leben heute keine Rolle mehr.

994. Was hast du mal ähnlich wie ein warmes Bad empfunden?

Meinen nackten Sprung in den Schnee vor mehr als zwei Jahrzehnten – der tat richtig gut und sorgte im Nachhinein für wohlige Wärme.

995. Was ist das Spannendste, das du jemals erlebt hast?

So kindlich begeisterungsfähig wie ich mit 12 Jahren war, war es der Besuch vom Kennedy Space Center während unseres Familienurlaubs bei der ältesten Schwester meines Vaters.

996. Was ist ein großer Trost?

Mein Glaube an IHN und SEINEN Sohn haben mich schon oft getröstet, wieder aufgerichtet und meinen Weg weitergehen lassen, insbesondere jetzt gerade, nach dem Selbstmord meiner Mama.

997. Wovon hast du gedacht, dass du es nie können würdest?

Seit meiner Kindheit habe ich mich – bis heute – für Autos begeistert, da ich der festen Überzeugung war, daß meine körperliche Einschränkung es unmöglich machen würde.

Mit den modernen Hilfsmitteln habe ich über 15 Jahre mit Autos am Verkehr teilgenommen, verzichte heute freiwillig darauf.

998. Was kannst du heute noch ändern?

Alles, auf das ich Einfluß nehmen kann, bietet die Möglichkeit, es zu entwickeln.

999. Wie wird dein Leben in zehn Jahren aussehen?

Spekulative Frage. Es müsste wohl eher lauten: „Wie würde ich es mir wünschen?“.

Gerne darf es im Alltag ähnlich wie heute aussehen. Wunderbar wäre es, wenn ich durch eine Partnerin und vielleicht eigene Kinder ergänzt wäre

1000. Welche Antwort hat dich am meisten überrascht?

Überraschend mag ich es nicht nennen, vielmehr einfach interessant und herausfordernd. Ich beschäftige mich gerne mit eigenen Gedanken und mir.

Seelenamt

Veröffentlicht in 21/07/2019

Schön gestern bin ich per Bus zu meinem Vater gefahren, habe ihn, meine ältere Schwester und die beiden ältesten meiner Nichten getroffen.

Heute morgen im Hochamt haben wir gemeinsam mit einem Teil unserer großen Familie, Nachbarn und Freunden an Mama erinnert.

Besonders gut getan hat es mir, gemeinsam mit ihnen zu unserem Erinnerungsort zu gehen und zu merken, wer alles uns, insbesondere Papa, unterstützt.

Im Gegenzug unterstützen wir meine kleine Schwester, die keine Gelegenheit hatte, da zu sein, da ein Umzug aus dem Rheinland nach Lübeck ansteht zu Anfang August, am Geburtstag unserer Mama. Sie trifft mit ihrem Mann die Vorbereitungen. Ab morgen wird mein Vater sie unterstützen, er ist heute nach einem gemeinsamen Mittagessen zu ihnen gestartet und gut angekommen.

Einfach gut.